Persönliche Entwicklung

Vorstellungsgespräch nach einer Kündigung

Vorstellungsgespräch - Frage nach der Kündigung

Warum hat Ihnen Ihr Arbeitgeber gekündigt? Viele Menschen empfinden diese Frage in einem Vorstellungsgespräch nach einer Kündigung als unangenehm. Die Frage kann daher leicht zum Stolperstein werden. Es lohnt sich, sich gründlich darauf vorzubereiten.

Häufige Fehler in Zusammenhang mit der Kündigungsfrage

Wer nach einer unfreiwilligen Trennung unvorbereitet ins Vorstellungsgespräch geht, kann bei der Beantwortung der Kündigungsfrage beispielsweise folgende Fehler machen:

  • Ewige Begründungen: Gefahr, dass das Gegenüber abhängt bzw. wertvolle Zeit verschwendet wird.
  • Emotionaler Ausbruch: Zeigt, dass Sie die Kündigung noch nicht verarbeitet haben.
  • Ehemaligem Arbeitgeber Schuld zuweisen: Damit vermitteln Sie ein negatives Bild von sich.
  • Abwertung Vorgesetzte: Das Gegenüber fragt sich, wie lange es wohl gehen wird bis Sie die neue vorgesetzte Person abwerten.

Es ist offensichtlich, dass man sich mit einem solchen Patzer höchst wahrscheinlich selbst aus dem Bewerbungsprozess bugsiert. Das wäre doch schade! Wie geht es souveräner?

Vorbereitung auf die Kündigungsfrage im Vorstellungsgespräch

Wie wir oben gesehen haben, kommt es sehr darauf an, wie Sie die Kündigungsfrage beantworten. Eine differenzierte Antwort ergibt sich, wenn Sie die Gründe für die Kündigung sowie die Trennungsgeschichte reflektieren.

Kündigungsgründe: Anteile ermitteln

Die genauere Betrachtung der Trennungsgründe ist wichtig, um den eigenen – allenfalls hinderlichen – Verhaltensmustern bewusst zu werden. Aus einer systemischen Sicht betrachtet, steht alles miteinander in Wechselwirkung. D.h. Ihr Verhalten hat einen Einfluss auf andere und umgekehrt. Es geht also darum, herauszufinden, wer oder was im System die Kündigung beeinflusst hat:

  • Inwiefern hat mein Verhalten zur Kündigung beigetragen? Was würde ich bei einer neuen Stelle anders machen? Anmerkung: Bei Reorganisationen kommt es zum Teil zu Kündigungen, die rein systembedingt sind. Da kann man noch lange nach seinem eigenen Anteil suchen...
  • Welchen Einfluss hatten andere (Vorgesetzte, Team) auf die Kündigung?
  • Was waren aktuelle Entwicklungen im Unternehmen oder Aspekte der Firmenkultur, welche die Kündigung begünstigt haben?
  • Was ziehen Sie für Schlussfolgerungen aus diesen Überlegungen?
Trennungsgeschichte: wahr, authentisch und kurz

Nun geht es darum, die Kündigungsgründe gut in die Kommunikation der Trennungsgeschichte einzubetten. Um ein balanciertes Bild zu geben, empfiehlt es sich, diese mit positiven Aspekten und Zukunftsaussichten anzureichern. Achtung: Die Geschichte soll der Wahrheit entsprechen und sie soll zu Ihnen passen. Nur ein authentisches Auftreten wirkt überzeugend. Mögliche Fragen zur Reflexion der Trennungsgeschichte sind:

  • Was waren Erfolge bzw. erbrachte Leistungen in diesem Unternehmen?
  • Was war der Kündigungsgrund (z.B. Vorgesetztenwechsel, wirtschaftliche Lage, keine Alternativen)?
  • Was sind mögliche Perspektiven (z.B. Neuausrichtung als Chance)?
  • Was ist Ihr Ziel (z.B. Qualifikationen besser einsetzen können)?
  • Wie können Sie all das in 4-5 Sätzen formulieren?

Üben Sie die Trennungsgeschichte gut ein, bevor Sie sie kommunizieren.

Kommunikation der Trennungsgeschichte

Sprechen Sie die Trennungsgeschichte im Vorstellungsgespräch von sich aus offen und frühzeitig an. Dies macht einen professionellen und souveränen Eindruck. Gelingt es Ihnen, ein ausbalanciertes Bild zu kommunizieren, so merkt Ihr Gegenüber, dass Sie für einen neuen Schritt bereit sind.