Persönliche Entwicklung

10 Gründe warum wir Veränderungswünsche nicht umsetzen

Umgang mit Hindernissen bei Veränderungen

Wer kennt das nicht: Man hat einen Veränderungswunsch und irgendwie gelingt die Umsetzung nicht. Es gibt diverse Gründe, warum uns Veränderungen schwerfallen. Die gute Nachricht: Wenn Sie Ihre persönlichen Veränderungshindernisse kennen, können Sie diese aus dem Weg schaffen.

In diesem Jahr beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Veränderung. Aufgrund einer Weiterbildung hatte ich ein eigenes Change-Projekt umzusetzen und zudem durfte ich als Coach viele persönliche und berufliche Veränderungsprojekte begleiten. Ob Coach oder Kunde, wir sind alle nur Menschen und tappen bei der Umsetzung von Veränderungen in genau die gleichen Fallen. Nun, welche Gründe hindern uns an der Umsetzung unserer Veränderungswünsche und wie kann man diese Hindernisse überwinden?

  1. Veränderungen bringen Risiken und Ängste mit sich

Eine Veränderung bedeutet, dass Sie Ihre Komfortzone verlassen müssen. D.h. Sie probieren Neues aus und das kann schief gehen. Die Angst vor Misserfolg oder auch vor dem Unbekannten kann einem blockieren, so dass man doch lieber nichts im Leben ändert.

Was können Sie dagegen tun? Es ist sinnvoll, in kleinen Schritten vorzugehen.Wenn Sie beispielsweise in einen anderen Beruf wechseln möchten, dann werden Sie sich wahrscheinlich zuerst informieren, dann Gespräche mit Personen im entsprechenden Bereich führen und danach schauen, wie Sie in diesem Bereich erste Erfahrungen sammeln können.

  1. Veränderungen kosten Energie

Wer in seiner Routine bleibt, spart Energie. Veränderungen kosten hingegen Energie. Manchmal muss der Leidensdruck sehr gross werden, damit man sich für eine Veränderung entscheidet. Wenn das Gefühl von „müssen“ entsteht, hat man aber auch nicht unbedingt Lust, sich zu verändern.

Was können Sie dagegen tun? Listen Sie 10 Vorteile auf,die die Veränderung mit sich bringen würde. Geben Sie bei 5 Vorteilen bitte noch nicht auf. Es können noch sehr gute Gründe aufkommen, die für die Veränderung sprechen. Nachdem Sie 10 Vorteile gefunden haben, fragen Sie sich: Gibt es Vorteile, die so richtig attraktiv sind für Sie? Welche sind das? Geben diese Ihnen die nötige Energie?

  1. Das Veränderungsziel ist gar nicht Ihr Ziel

Schwierig wird es, wenn Sie ein Ziel verfolgen, das gar nicht Ihr eigenes Ziel ist. Es könnte sein, dass Sie ein Ziel übernommen haben, das von aussen kam (z.B. durch Ihren Partner, die Familie, Vorgesetzte, aber auch durch Social Media), und sich dieses gar nicht mit Ihren eigenen Bedürfnissen deckt.

Was können Sie dagegen tun? Das Ziel kritisch hinterfragen:Wie attraktiv ist das Ziel für Sie persönlich? Finden Sie 10 gute Gründe dafür? Was hat die Veränderung für Auswirkungen (z.B. auf die Gesundheit, die Familie, den Partner, die Arbeit, die Freizeit)? Lohnt sich der Preis, den Sie für die Veränderung bezahlen?

  1. Zu viele Veränderungen auf einmal

Vielleicht haben Sie gleichzeitig mehrere Veränderungswünsche, die Sie umsetzen wollen? So ein Vorhaben endet rasch in einer Überforderung und die Change-Projekte werden wahrscheinlich allesamt abgebrochen.

Was können Sie dagegen tun? Weniger ist mehr. Fokussieren Sie sich auf das vorerst wichtigste Veränderungsprojekt und planen Sie dieses in kleinen Schritten.

  1. Keine oder falsche Unterstützung

Eine hohe Selbstdisziplin ist nicht jeder Person gegeben. Und selbst mit viel Disziplin können Veränderungsvorhaben scheitern.

Was können Sie dagegen tun? Holen Sie jemanden ins Boot,der Lust hat, Ihr Change-Projekt zu begleiten. Das können z.B. Kollegen, Eltern, Vorgesetzte oder ein Coach sein. Achten Sie darauf, dass Ihnen die Person wirklich gut zuhört und dem Vorhaben auch positiv gegenübersteht. Erzählen Sie der Person von Ihrem Ziel und Ihrem nächsten kleinen Schritt, den Sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (z.B. bis zum nächsten Gespräch) erreichen möchten.

  1. Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen

Veränderungen (im Verhalten) geschehen leider nicht von heute auf morgen, auch wenn das super toll wäre. JBis wir neue Verhaltensmuster beherrschen, können schon drei bis sechs Monate vergehen.

Was können Sie dagegen tun? Sich von Anfang an darauf einstellen, dass es wahrscheinlich eine Weile dauern wirdund Rückfälle in alte Verhaltensmuster dazugehören. Ausserdem kann es helfen, wenn Sie sich hin und wieder für Ihre Fortschritte belohnen.Planen Sie diese Belohnungen in Ihrem Zeitplan ein und führen Sie auch ein kleines Fortschrittstagebuch.Beispielsweise können Sie sich einmal pro Woche eine Skala von 1 (kein Fortschritt) bis 10 (Ziel erreicht) aufzeichnen und sich fragen, wo Sie heute in Bezug auf Ihr Ziel stehen. Was führt dazu, dass Sie heute an diesem Punkt stehen? Was haben Sie bereits geschafft? Was wäre ein nächster guter Schritt, um Ihrem Ziel noch näher zu kommen?

  1. Nicht der richtige Zeitpunkt

Manchmal ist es schlicht nicht der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung. Der Veränderungsdruck ist vielleicht auch nicht hoch genug, so dass es nahe liegt, erst einmal abzuwarten.

Was können Sie dagegen tun? Je nach Situation kann es sinnvoll sein, mit der Veränderung abzuwarten. Wollen Sie herausfinden, ob das so ist? Dann fragen Sie sich: Angenommen, es vergeht ein Jahr und ich habe die Veränderung nicht in Angriff genommen, wie geht es mir dann? Wie sieht mein Leben dann aus?Wie wird sich diese Entscheidung auf mein Leben in fünf Jahren auswirken? Und: Angenommen, es vergeht ein Jahr und ich habe die Veränderung umgesetzt, wie geht es mir dann? Wie sieht mein Leben dann und in 5 Jahren aus?

  1. Das Veränderungsziel steht nicht unter Ihrem Einfluss

Haben Sie 100% Kontrolle über Ihr Veränderungsziel oder spielen da noch weitere Faktoren mit, die nicht unter Ihrem Einfluss stehen?

Was können Sie dagegen tun? Ihr Ziel auf die Aspekte ausrichten, die Sie persönlich beeinflussen können.Was können Sie beeinflussen und bis wohin? Von welchen Ideen müssen Sie sich allenfalls lösen, weil diese nicht in Ihrem Einflussbereich liegen?

  1. Unbewusste Glaubenssätze

Andere Menschen können uns in positiver als auch in negativer Weise beeinflussen. Glaubenssätze, d.h. Überzeugungen, die wir in der Kindheit erlernt haben, können uns ein Leben lang begleiten und uns unter Umständen, an Veränderungen hindern. Ein Beispiel: Angenommen, es ist Ihr Ziel, sich besser abzugrenzen und häufiger „Nein“ zu sagen. Gleichzeitig sind Sie der Überzeugung, es allen recht machen zu müssen, weil Sie mit dieser Strategie in der Kindheit sehr gut gefahren sind. Was kann passieren? Glaubenssätze wirken sehr stark und können Ihr Veränderungsvorhaben sabotieren.

Was können Sie dagegen tun? Den Glaubenssätzen bewusst werden und diese hinterfragen.Ich empfehle Ihnen, dieses Thema mit einem gut ausgebildeten Coach anzugehen, der weiss, wie man die unbewussten Glaubenssätze bewusst machen und bearbeiten kann.

  1. Innerer Kritiker

Jeder hat ihn und einigen macht er das Leben schwer: der innere Kritiker. Dabei handelt es sich um eine innere kritische Stimme in uns, die uns beispielsweise sagt, dass wir uns nie ändern werden und dass wir es schon gar nicht versuchen sollen.

Was können Sie dagegen tun? Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie mit den inneren Kritiker umgehen können.

Fazit

Wer Veränderungswünsche umsetzen möchte, braucht Energie, Mut und Ausdauer. Ebenso ist Kreativität gefragt, um Hindernisse erfolgreich zu überwinden. Das mag in manchen Fällen einfacher sein, in anderen Fällen schwieriger. Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Erfolg dabei.

Photo by Aaron Burden on Unsplash

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