Teamarbeit

Positive Kommunikation und Leistung im Team stärken

Positive Kommunikation im Team

Positive Kommunikation führt zu einer besseren Teamleistung. Die Herausforderung: Die positive Kommunikation soll überwiegen und gleichzeitig Raum lassen für konstruktive Kritik. Im Teamalltag kann die positive Kommunikation gestärkt werden, indem Teams sich z.B. Zeit für einen Tagesrückblick nehmen und sich regelmässig dazu austauschen.

Höchstleistungsteams: mehr positive als negative Kommunikation

Höchstleistungsteams kommunizieren anders als Teams mit schlechter und mittelmässiger Leistung: Die positive Kommunikation überwiegt die negative Kommunikation bei Weitem. Allerdings darf die Kommunikation im Team auch nicht ausschliesslich positiver Natur sein. Sonst läuft das Team Gefahr, sich in einem unrealistischen Optimismus zu verlieren. Anders ausgedrückt, das Team würde negative Entwicklungen, aber auch Innovations-Chancen nicht mehr wahrnehmen. D.h. langfristig braucht es beide Polaritäten, doch die positive Kommunikation soll insgesamt überwiegen.

Positive Kommunikation: unterstützend, ermutigend, wertschätzend

Was ist also mit positiver Kommunikation gemeint? Wenn die Kommunikation unterstützend, ermutigend oder wertschätzend ist. Dazu gehört auch interessiertes Zuhören, Nachfragen, Anteilnehmen und Aussprechen lassen. Demgegenüber steht die negative Kommunikation, welche sich durch Missbilligung, Sarkasmus und Zynismus auszeichnet. Ebenso ist es destruktiv, wenn die sprechende Person nicht ernst genommen oder unterbrochen wird. Zudem fallen auch abrupte Themenwechsel oder das Zeigen von Interessenlosigkeit unter die Kategorie negative Kommunikation. In der Literatur werden oft auch kritische Nachfragen als destruktiv eingestuft. Meiner Ansicht nach kommt es auf die Herangehensweise an. Es macht einen grossen Unterschied, ob kritische Nachfragen wertschätzend oder abwertend gestellt werden. Sofern eine kritische Frage oder auch Kritik konstruktiv und wertschätzend ist, kann dies durchaus positive Folgen haben. Sie ermöglicht Lernen und somit die Weiterentwicklung von Mitarbeitenden, Teams, Produkten, Dienstleistungen etc.

Methode: Tagesrückblick zur Stärkung der positiven Kommunikation

Im Folgenden werde ich eine Methode vorstellen, die zur Stärkung der positiven Kommunikation beiträgt: der positive Tagesrückblick. Die Wirkung des positiven Tagesrückblicks ist durch verschiedene Studien belegt. Dies gilt zumindest für das individuelle Setting Da die Methode zur einer Sensibilisierung der Wahrnehmung, Veränderung der Interpretation von Situationen sowie einer Veränderung der eigenen Handlungen führt, kann ich mir auch einen positiven Effekt für den Teamalltag vorstellen. Also, die Methode im Detail:

Ziel: An den Tag zurückdenken und sich an positive Momente erinnern

Vorgehen

  1. Individueller Tagesrückblick: Jedes Teammitglied soll abends während einer bestimmten Zeitdauer 3 positive Ereignisse finden und aufschreiben. Folgende Fragen können dabei unterstützen:
  • Was ist heute gut gelaufen?
  • Warum ist es gut gelaufen? Was habe ich dazu beigetragen?

Beispiel: Ich habe heute an die Kurzpausen gedacht und bin noch guter Energie trotz 9 Stunden intensiver Arbeit. Ich habe das geschafft, weil ich mir einen Pausen-Reminder auf den Schreibtisch gestellt habe.

  1. Austausch im Team: Am Anfang eines z.B. wöchentlichen Teammeetings teilt jedes Teammitglied ein positives Ereignis und was der eigene Beitrag dazu war. Die Äusserungen sollen jeweils einfach so stehen gelassen und von den anderen nicht kommentiert werden.

Hinweise

Wir sind es uns mehrheitlich nicht gewohnt, unsere Aufmerksamkeit auf Positives zu lenken und uns gar selbst zu loben. Daher ist ein bisschen Widerstand am Anfang normal. Nach ein paar Austauschrunden kann sich jedoch eine neue, positive Gewohnheit entwickeln.

UND: Manche Menschen finden diese Übung unvollständig, weil negative Vorkommnisse ausgeblendet werden. Selbstverständlich kann man sich auch fragen, was ist heute nicht so gut gelaufen und was möchte ich in Zukunft verbessern. Diese Fragen sind auch wichtig und passen zu unserer natürlichen Negativitätsverzerrung und Selbstoptimierungstendenz. Mit der obigen Übung soll jedoch gezielt einmal das Muster der Negativitätsfokussierung durchbrochen werden. Daher möchte ich Sie einladen, der Übung eine Chance zu geben und zu beobachten, was dabei herauskommt. Viel Spass beim Ausprobieren!

Quellen

  • Ebner (2017). 4-Evening-Questions: Eine einfache Technik mit tiefgreifender Wirkung. Mehr
  • Losada & Heaphy (2004). The Role of Positivity and Connectivity in the Performance of Business Teams. Mehr
  • Photo: R.T.Paola on Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.