Persönliche Entwicklung

8 Schritte zur beruflichen Veränderung

Neuorientierung

Wieso kündigen Sie nicht, wenn sie unzufrieden mit Ihrer Stelle sind? Berufliche Veränderungen können aus verschiedenen Gründen Angst machen. Vielfach weiss man auch schlichtweg nicht, wie man das Thema angehen soll, weil es einem so gross und unüberschaubar vorkommt. Der folgende Artikel zeigt acht Schritte auf, wie ein beruflicher Veränderungswunsch angegangen werden kann.

  1. Herausfinden, wieso man sich eine berufliche Veränderung wünscht

Wer hatte bei Unzufriedenheit im Job nicht schon Lust, einfach zu kündigen? In einem solchen Fall ist es wichtig, zuerst einmal inne zu halten und zu reflektieren, was einem bei der aktuellen Stelle unzufrieden macht. Sonst befindet man sich kurze Zeit später wieder in derselben Situation – einfach an einem anderen Ort. Also:

  • Was gefällt Ihnen bei der aktuellen Tätigkeit? Was nicht?
  • Was macht die Unzufriedenheit genau aus? Zum Beispiel der Arbeitsinhalt, die Kollegen oder die Unternehmenskultur?
  1. Ängste wahrnehmen und annehmen

Oft sind es psychologische Faktoren, die uns bei Veränderungen im Wege stehen. Bei den einen ist es die finanzielle Unsicherheit, bei den anderen die Angst vor Misserfolg oder die Angst vor dem Unbekannten, die sie lähmt. Diese Ängste lassen sich am besten reduzieren, indem man sich ihnen stellt. D.h. nehmen Sie Ihre Ängste wahr, gehen Sie ihnen auf den Grund und sprechen Sie darüber. Ausserdem kann die folgende Frage helfen: Was wäre das Schlimmste, das passieren könnte, wenn Sie sich beruflich verändern?

  1. Grösse der Veränderung definieren

Berufliche Veränderung kann vieles bedeuten. Vielleicht bedarf es nur einer kleinen Veränderung wie ein Aufgaben- oder Positionswechsel innerhalb des Unternehmens. Eventuell wünschen Sie sich aber auch eine Neuorientierung. Fragen Sie sich:

  • Wie viel Veränderung möchten Sie?
  • Wie viel Veränderung ist in Ihrer Situation tatsächlich möglich?
  1. Sich seine Interessen, Werte und Kompetenzen bewusstmachen

Um mehr über seine Interessen, Werte und Kompetenzen zu erfahren, lohnt sich ein Blick zurück: Zeichnen Sie auf einem Zeitstrahl Ihre bisherigen beruflichen Positionen, Aus- und Weiterbildungen ein:

  • Was waren Ihre bevorzugten Tätigkeiten? Was sagt dies über Ihre Interessen aus?
  • Welche Ihrer Werte konnten Sie wo leben?
  • Welche Kompetenzen konnten Sie bei welcher Stelle unter Beweis stellen?

Wichtig ist bei diesem Schritt vor allem, dass Sie sich auf Ihre Interessen konzentrieren und sich nicht allzu fest von Ihren Kompetenzen einschränken lassen. Kompetenzen kann man sich – bis zu einem gewissen Grad – aneignen, Begeisterung jedoch nicht.

  1. Alternativen brainstormen und prüfen

Nun heisst es, Ideen zu generieren. Was könnten Sie alles tun? Recherchieren Sie mögliche Karriereoptionen und sprechen Sie mit Freunden, Familie oder Kollegen über Ihre Kompetenzen und Werte. Suchen Sie möglichst breit. Hier braucht es Mut zur Offenheit und Kreativität. Sonst beschäftigen Sie sich mit dem, was Sie sowieso schon kennen.

Fragen Sie sich zudem:

  • Welche Schritte bräuchte es, um dort hinzugelangen?
  • Welche Kompetenzen müssten Sie sich noch aneignen?
  • Was für Investitionen würden anfallen?
  1. Entscheidung treffen

Jetzt geht es darum, die verschiedenen Möglichkeiten zu beurteilen. Legen Sie zuerst Ihre Entscheidungskriterien fest. Zum Beispiel:

  • Wie viel Zeit und Geld sind Sie bereit zu investieren?
  • Wie gut passen die Ideen zu Ihnen und Ihren Lebensumständen?
  • Wer würde Sie bei welchem Veränderungsvorhaben unterstützen?

Am besten diskutieren Sie Ihre persönlichen Entscheidungskriterien mit mindestens einer anderen Person. Damit verhindern Sie, dass Sie die Wichtigkeit der Kriterien entweder über- oder unterschätzen. Danach können Sie Ihre verschiedenen Möglichkeiten aufgrund Ihrer Kriterien beurteilen und eine Entscheidung treffen, was Sie nun umsetzen möchten.

  1. Plan anfertigen

Nur wer konkret plant, setzt Handlungen auch tatsächlich um. Fassen Sie daher Ihr Vorhaben in einem Plan zusammen:

  • Welche Meilensteine möchten Sie bis wann erreichen?
  • Was tun Sie konkret dafür und bis wann?
  • Welche Ressourcen unterstützen Sie?
  • Welche Hindernisse gibt es auf dem Weg? Wie können Sie diese umgehen?

Möchten Sie in ein völlig neues Gebiet wechseln? Dann kann es sinnvoll sein, in kleinen Schritten vorzugehen. Zum Beispiel könnten Sie vorerst Gespräche mit Personen in der Wunschposition führen, vielleicht an einem Projekt im Wunschgebiet mitarbeiten oder auch eine Weiterbildung besuchen. Hauptsache ist, dass Sie das Gebiet besser kennenlernen bevor Sie viel Energie investieren.

  1. Fortschritt überprüfen

Immer wieder gilt es zu überprüfen, ob Sie sich noch auf Ihrem Weg befinden.

Toll, wenn Sie an der Umsetzung Ihres Plans sind! Dann sind Sie ja schon einen Schritt weiter in Richtung berufliche Veränderung.

Es kann aber auch gut sein, dass Sie hier feststecken. Fragen Sie sich in diesem Fall: Was bzw. wer steht mir im Weg? Habe ich eine innere Blockade? Wegen was? Oder was brauche ich sonst, um vorwärts zu kommen?

Fazit

Eine berufliche Veränderung ist möglich. Sie ist allerdings nicht einfach und sollte deshalb reflektiert angegangen werden. Je konkreter die Veränderung wird, desto mehr zeigen sich Ängste bzw. Blockaden. Die grösste Herausforderung ist, damit lösungsorientiert umzugehen und dadurch die eigene Komfortzone stetig zu erweitern.

Viel Erfolg!

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